"O ihr Menschen, Wir haben euch aus Mann und Frau erschaffen und euch
zu
Völkern und Stämmen gemacht, auf dass ihr einander erkennen möget.
Wahrlich vor
ALLAH ist der von euch der Angesehendste, welcher der Gottesfürchtigste
ist.
Wahrlich ALLAH ist Allwissend, Allkundig." (49: 13 )
Der Koran fordert jeden Moslem dazu auf, sein Wissen zu erweitern und in
jeder Weise Vervollständigung zu erstreben.
"Und dies sind Gleichnisse, die Wir den Menschen prägen ; doch
es
verstehen sie nur jene, die Wissen haben." (29:43)
"So machen Wir die Zeichen klar für Leute, die Wissen haben." (7:3)
Sowohl deutsche als auch Muslima aus Ländern der ganzen Welt haben ihr
Wissen vertieft, haben jahrelang die Schule besucht,eine Lehre gemacht oder
ein
langes Studium absolviert und auch u.a. Hochschulabschlüsse erlangt. Doch
nun müssen sie erkennen, dass all das für nichtig erklärt wird
und sie hier in
Deutschland ihren Beruf nicht ausüben dürfen.
Sie erhalten aufgrund ihrer islamischen Kleidung ein Berufsverbot von dt.
Gerichten. So müssen z.Zt. mehrere Lehrerinnen allein aus diesem Grund
kostspielige Prozesse führen, zum Teil schon über mehrere zermürbende
Jahre.
Wir entrüsten uns hier im Westen über die Zustände in Afghanistan,
über die
Unerhörtheit der Berufsverbote für Frauen. Und was geschieht hier
? Gerade
jetzt aktuell muß eine Lehrerin aus Afghanistan, die hier in Deutschland
ihr
Staatsexamen gemacht hat, gegen ein Berufsverbot als Lehrerin kämpfen.
Die Begründung des Verbots lautet z.B.;das Kopftuch verstoße gegen
das
Neutralitätsgesetz für Lehrer, Es müsse "die Elternschaft
ihre Kinder vor
Einflüssen durch eine kopftuchtragende Lehrerin bewahrt wissen". Der
Gefahrenprognose des Dienstherrn , der Schulfriede könne durch das auffällige
Erscheinungsbild einer Lehrerin mit Kopftuch nachhaltig gestört werden,
sei
grosses Gewicht beizumessen.
Wie kann der Schulfriede durch ein Kleidungsstück gestort werden ?
Und was heisst Neutralität ? Die Frage stellt sich: Gibt es einen wirklich
neutralen Erzieher ? Bringt nicht jeder Erzieher seine eigene
Persönlichkeit und individuelle Einstellung zum Tragen?
Ist es eine neutrale Einwirkung auf mein Kind, wenn es von einer halbnackten
Lehrerin mit Zungen und Bauchnabelpiercing erzogen wird?
Kann das für die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft eher
akzeptabel sein als eine bekleidete Frau ?
Warum schützt mich als Mutter der Staat nicht vor dem Einfluss eines
Lehrers, der sich stolz als Skinhead outet ?
Was die Schüler betrifft, so empfinden Kinder das Kopftuch nicht als
Beeinflussung- schon gar nicht als Bedrohung. Sie leben in einer interkulturellen
Gesellschaft und sind viel toleranter als Erwachsene. Das zeigt die Erfahrung.
Wäre es nicht unerhört, einer Lehrerin, die den Zeugen Jehovas angehört
oder
einem Lehrer, der die jüdische Kopfbedeckung trägt, den Beruf als
Lehrer zu
verbieten ?
Es ist unvorstellbar, dass es in einem Land wie Deutschland, das sich als
multikulturell und tolerant versteht, verboten ist, bestimmte Berufe
auszuüben wenn man eine Kopfbedeckung trägt.
Sei es in der Küche von Mc Donald,wo aus hygienischen Gründen eine
Kopfbedeckung vorgeschrieben ist oder im Klassenzimmer wenn eine Frau nicht
bereit ist, ihre Kopfbedeckung abzulegen, dann wird ihr die Berufsausübung
verwehrt.
Wir sind in großer Sorge über diese Entwicklung und sehen die Möglichkeiten
der Emanzipation von muslimischen Frauen in Gefahr.
Sie fühlen sich ausgegrenzt und diskriminiert in dieser Gesellschaft und
anstatt sie hier ihrer Entfaltung zu unterstützen, verbietet man ihnen
jegliches berufliches Engagement wegen einem Kleidungsstück oder fordert
sie zu
Kompromissen auf in Bezug auf die Kopfbedeckung.
.Gerade das Großherausstellen dieses kleinen Tuches enttäuscht und
tut so
weh, denn diese Frauen sind genauso qualifiziert und engagiert sie
leben nach dem Grundgesetz und achten die dt. Verfassung wie alle anderen. Sie
sind häufig selber Deutsche und lieben ihr Land- aber sie dürfen sich
nicht an
dem gesellschaftlichen Leben und dem Berufsleben beteiligen.
Es ist uns als Deutsche peinlich, zu erleben, dass Frauen hier die
Demokratie und Emanzipation suchen und müssen stattdessen mittelalterliche
Entscheidungen aus Angst vor einem Kopftuch hinnehmen. Es denkt niemand daran,
dass
diese Entscheidungen oft eine ganze Existenz, ein Leben zerstören und häufig
Frauen vom Sozialamt abhängig machen.
Wir bitten Euch Schwestern mit Erfahrungen in dieser Sache, Euch bei uns zu
melden /schriftlich zu berichten!!
Angaben werden natürlich vertraulich behandelt, Namen nicht weitergegeben.
Alle Schwestern sind angesprochen egal in welchen Bereichen Ihr
arbeiten wollten oder gearbeitet habt.,Auch positive Berichte interessieren
uns
sehr, denn die Schwestern brauchen auch Ermutigung und die Kenntnis von
Möglichkeiten, ihren Beruf nach islamischen Maßstäben ausüben
zu können.
Es geht darum, Erfahrungsberichte zu sammeln und auszuwerten und evtl. eine
Interessengemeinschaft zu gründen.
Gemeinsam kann man eher gerechte Behandlung und Aufhebung der
Diskriminierung muslimischer Frauen in der Berufswelt erreichen.
Nicht der Islam unterdrückt die Frauen,wie es oft fälschlicherweise
beschworen wird, sondern absurderweise gerade die sonst so tolerante Gesellschaft
mit
ihren Gesetzen.
Liebe Schwestern, bitte nehmt in diesem Sinne mit uns Kontakt auf. Wenn Ihr
die Möglichkeit habt, vervielfältigt diesen Aufruf und verteilt ihn
unter
den Schwestern. Unser Büro ist in 13359 Berlin, Drontheimerstr. 16. Fax:
030/
49 91 27 05
Inschaallah segnet Allah alle Mühen und macht Eure Wege leicht.
Die Schwesternshura des DMK-Berlin